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Band

Und das ist die wahre Band hinter der Musik.

Petra (Gitarre)

Petra liebt das Meer. Wann immer sie Zeit findet, macht sie sich mit ihrem kleinen weißen Auto – wenn es denn anspringt – und Van Morrison im Rekorder auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz an den Deich. Dort lässt sie sich den Wind um die Nase wehen, denkt über neue Songs nach und genießt einfach die Freiheit.

Hitparade ihres Lebens

1. AC/DC, „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“
Die erste LP meiner Sammlung. Ich fand es damals ziemlich cool, nicht wie die anderen Mädels Abba zu hören (obwohl mein Fuß bei ihren Liedern gern unterm Tisch mitwippte).
2. Michael Jackson
Auf unseren Pferden ritten wir von Deutschland nach Dänemark und schliefen gemeinsam mit anderen Jugendlichen in einer alten Scheune. Ich war zum ersten Mal länger von zu Hause weg und fühlte mich fast erwachsen. Danach wurde aus meinem Kinderzimmer ein Jugendzimmer.
3. Men at Work, „Down Under“
Zum allerersten Mal so richtig verliebt. Nach 46 Tage war's schon wieder vorbei, mein Liebeskummer dauerte aber wesentlich länger…
4. Fischer Z.
Mitten im Juli im strömenden Regen auf einem Festival. Das beste Konzert, das ich bisher erlebt habe.
5. Bryan Ferry, „Slave to Love“
9 ½ Wochen war DER Film für mich und Kim Basinger die schönste Frau auf Erden.
6. Rainbirds
Mit einer Freundin machte ich Urlaub in Spanien. Unser Zimmer – ohne Klospülung – teilten wie mit Kakerlaken, im Pool badeten Ziegen und die Busrückfahrt mit defekter Klimaanlage und Zahnschmerzen dauerte 32 Stunden.
7. Melissa Etheridge
verbinde ich mit meiner allerliebsten Freundin. Mit ihr erlebte ich die unglaublichsten Dinge. Ohne sie kann und will ich es mir gar nicht mehr vorstellen.
8. Charly Sexton: „Don’t Look Back“
Weil ich einfach mal weg musste, interrailte ich 4 Wochen lang quer durch Europa.
9. Carly Simon, „You’re so Vain“
Erinnert mich an eine sehr schöne und aufregende Zeit. Ich fuhr einen pinken Käfer (von mir handgerollt), in den eines Abends Mr. Right einstieg und mein Leben veränderte….
10. Reinhard Mey, „ Die erste Stunde“
„…solange wie ich leben mag werd' ich die Stunde und den Tag, den Augenblick vor Augen haben. Da sie dich mir winzig und warm, zum ersten Mal in meinen Arm, und in mein Herz zu schließen gaben…“ Meine Söhne kamen auf die Welt und ich hörte neben lauter Rockmusik auch sanftere Töne, die mir aus der Seele sprachen.

… weiterhin träume ich davon, dass mein kleines Auto jederzeit anspringt, einem Haus am Meer und 3.295 Euro Sofortrente.

„Breakin´me“ von Jonny Lang ist und bleibt der allerschönste Song für mich.

Kathrine (Bass)

Kathrine ist Zirkusprinzessin. Seit sie den Film „Das Labyrinth“ gesehen hat ist sie David Bowie Fan und wird ihn heiraten, wenn sie einmal groß ist. Seitdem hört sie übrigens auch in allen möglichen (und unmöglichen) anderen Songs Bowie-Einflüsse.

Hitparade ihres Lebens

1. Peter Belli
Diesen dänischen Sänger hat mein Vater immer gespielt, zu dessen „Kejserens Soldater“ mein Bruder und ich getanzt haben indem wir so taten, als würden wir Kirschen pflücken.
2. Ricky Nelson
Bei uns zu Hause hörte man entweder Ricky Nelson oder Elvis und ich habe mich der Ricky Nelson-Fraktion angeschlossen, war aber sehr erleichtert als ich erfuhr, dass die beiden befreundet waren.
3. David Bowie
Dann habe ich David Bowie entdeckt…da kann man nichts mehr hinzufügen, er ist jenseits jeder Beschreibung.
4. Michael Jackson
Ein paar Jahre lang fand ich Thriller und Jacksen 5 ganz große Kunst – alle haben irgendwelche Sünden.
5. Sting
Mit Sting fing meine Jugendrebellion an. Ich stieg bei Nephendes und Greenpeace mit ein.
6. Savage Rose
Erinnert mich daran, in Kommune-WGs gelebt zu haben und ich habe ein sehr klares Bild von Anisette allein auf der großen Bühne, wahnsinnig starke Frau und kleiner Troll gleichzeitig.
7. TV2
Höre ich schon ewig. Besonders verbinde ich sie aber mit Midtfyns Festival und damit, sich an warmen Sommertagen endlos viel Musik anzuhören. Ein Musikfestival kann ich mir ohne Steffen Brandt gar nicht vorstellen.
8. Lisa Ekdahl
Ist perfekt für dunkle Regentage, wo man sich mit heißem Kakao und einem Buch unter der Decke verkriechen kann.
9. Anne Linnet
Begleitet mich mein ganzes Leben. Ihre Songs habe ich schon meiner Tochter vorgesungen, als sie noch in meinem Bauch lag.
10. Anthony and the Johnsons
Diese CD hat mir mal die intelligenteste Frau der Welt gegeben. Bei Heimweh kann ich mich auf den Flügeln der Töne weg träumen.

Andrea (Gesang)

Andrea klingelte eines Tages bei Petra und fragte, ob sie nicht zusammen Musik machen wollten. Petra wollte und bald hatten sie auch Kathrine überzeugt, wieder mit dem Bass spielen anzufangen. Das war im Herbst 2006. Mittlerweile sind die drei ein eingespieltes Team mit (hoffentlich nicht mehr lange) wechselnden Schlagzeugern.

Hitparade ihres Lebens

1. Abba
Neben Marschmusik und Panflöte zu Orgel hatte mein Vater auch die Greatest Hits von Abba. Irgendwie schien das alles bei ihm gleichberechtigt zu sein.
2. Dschinghis Khan
Hab ich mir sehnlichst zu Weihnachten gewünscht. Das Christkind hat mich erhört und mir meine erste eigene LP gebracht.
3. Kajagoogoo
Mit dem Einstieg in englischsprachige Musik erweiterte sich automatisch der Wortschatz. Ich lernte, dass „shy“ schüchtern heißt und „hush“ pst.
4. U2, „The Unforgettable Fire“
Bis heute mein Lieblingsalbum. Ich umgab mich Tag und Nacht mit der Musik, wenn es nicht anders ging mit Walkman. Meine armen Eltern.
5. a-ha
Ein merkwürdiges Konzertereignis in Pittsburgh. Ein Theatersaal proppenvoll mit halbwüchsigen Amerikanerinnen, jeder Sitzplatz besetzt. Kaum ist die Band auf der Bühne sitze ich ganz alleine da, weil alle girlies nach vorn gesprintet sind und kreischen, dass es einem ganz anders wird. Nach einem halben Song unterbricht a-ha das Konzert und der Sänger versucht irgendwas zu sagen, aber man kann ihn nicht verstehen. Allmählich wird es etwas leiser und er sagt, sie könnten nicht spielen, weil sie sich nicht hören bei dem Lärm. Das Konzert wird mehr schlecht als recht fortgesetzt. Nach dem Konzert steigen die Mädels lammfromm in die Autos der wartenden Eltern.
6. Police, „Synchronicity“
Erstmals blitzt der Gedanke auf, etwas vergleichbares zu machen. Mehr interessiert mich allerdings, wie man Kajal benutzt und sich aufbrezelt.
7. Terence Trent D’Arby
Ich sitze leicht nervös in der U-Bahn und fahre zu meiner praktischen Fahrprüfung. Mit walkman, versteht sich. Die Musik lenkt mich ab und hebt meine Stimmung. Die message scheint zu sein: es gibt noch andere wichtige Sachen.
8. Robert Schuhmann, „Winterreise“
Meine erste CD. Ich widersetze mich dem Wechsel nicht länger. Die Lieder sind Thema meines mündlichen Abiturs. Zum Glück ist der Prüfer genau so aufgeregt wie ich und er merkt erst später (zu spät, zum Glück), dass ich die Harmonien falsch bestimmt habe.
9. Tom Waits
Ich lerne, dass es so etwas wie eine Rockgeschichte jenseits der Beatles gibt.
10. Joe Henry, „Shuffletown“
Joe Henry ist bei unserem Schüleraustausch in New York der Touristenführer und erzählt uns von seiner Musik. In Washington versuchen wir, seine CD zu kaufen, die Plattenverkäufer meinen aber, wir sind einem Lügner aufgesessen. Erst von Deutschland aus gelingt der Coup. Joe Henry bedeutet orange Vorhänge vor meinem Wohnheimfenster.